Mindset & Motivation
14. August 2025

Die innere Stimme trainieren

„Da geht noch mehr!"

"Du bist zu langsam!"

"Das schaffst du nie!"

"Typisch Versagerin, kriegt nichts auf die Reihe!“

Hier, liebe*r Leser*in, habe ich euch ein paar ehrliche Einblicke in einige meiner Gedankengänge gewährt, die immer mal wieder durch meinen Kopf geistern. Zugegeben - nicht besonders schön. Aber denken wir nicht alle hin und wieder so negativ über uns selbst – bewusst oder unbewusst?

Oft ist es nämlich gar nicht das, was andere sagen, das uns kleinmacht, sondern das, was wir selbst denken. Diese leise, manchmal sehr hartnäckige Stimme im Kopf, die uns kritisiert, vergleicht und runtermacht.

Woran wir oft überhaupt nicht denken ist, dass diese Stimme nicht die Wahrheit ist. Sie ist ein Muster, das sich mit der Zeit eingeschlichen hat. Das Gute ist: Muster kann man verändern wie einen Muskel, der mit der richtigen Übung stärker und flexibler wird. Wie das funktioniert, erkläre ich dir hier:

Erkennen: Was erzählst du dir eigentlich den ganzen Tag?

Der erste Schritt ist, die innere Stimme überhaupt wahrzunehmen. Achte einen Tag lang darauf, wie du mit dir selbst sprichst – beim Sport, im Job oder beim Blick in den Spiegel. Idealerweise schreibst du es auf, ohne zu bewerten. Oft merken wir erst beim Lesen, wie streng, ungeduldig oder fordernd wir mit uns sind. In meiner Yogaausbildung habe ich gelernt, dass wir uns vorstellen sollen, ein*e Wächter*in steht vor dem Tor unserer Gedankenwelt und kontrolliert, welche Gedanken überhaupt in unseren Kopf wollen. Was nicht weiterhilft, bleibt draußen.


Verstehen: Diese Stimme will (meistens) etwas Gutes

Klingt paradox, aber selbst die kritischste innere Stimme hat irgendwann mal den Job übernommen, dich zu „schützen“ – vor Misserfolgen, Enttäuschungen oder Ablehnung. Sie macht das nur auf eine sehr uncharmante Art.

Allein diese Erkenntnis kann helfen, nicht sofort in den Widerstand zu gehen, sondern neugierig zu fragen: „Was will dieser Gedanke eigentlich für mich?“

 

Verändern: Neue Sprache, neues Gefühl

Um die innere Stimme zu trainieren, brauchst du Übung – genau wie beim Krafttraining.
Hier drei Tools, die wirken:

Affirmationen – formuliere Sätze, die deine alten Glaubenssätze ersetzen. Statt „Ich bin nicht gut genug“ könnte da stehen: „Ich darf Schritt für Schritt wachsen.“ Schreib sie sichtbar auf – Post-its am Spiegel, Notiz im Handy.

Journaling – jeden Morgen oder Abend drei Sätze zu Papier bringen: Was habe ich heute gut gemacht? Wofür bin ich dankbar? Worauf freue ich mich morgen?

Reframing – verändere bewusst die Perspektive. Aus „Ich habe nur 20 Minuten trainiert“ wird „Ich habe mir heute 20 Minuten für mich genommen.“

 

Warum das wichtig ist – auch fürs Training

Wer liebevoller mit sich spricht, trainiert nachhaltiger. Statt aus Selbstkritik heraus wird aus Motivation gehandelt. Aus „Ich muss“ wird „Ich möchte“. Und genau dieser Unterschied sorgt dafür, dass wir dranbleiben – im Sport und im Leben.

Vielleicht ist deine innere Stimme noch nicht da, wo du sie haben willst. Aber schon die Entscheidung, sie zu trainieren, ist ein Anfang.
Denn am Ende gilt: Der Ton, mit dem du mit dir selbst sprichst, ist der Soundtrack deines Lebens.

Deine Esther

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