Mindset & Motivation
07. August 2025

Schönheit ist mehr als ein Sixpack!

Wenn wir an Fitness denken, sehen viele vor ihrem inneren Auge sofort: definierte Muskeln, flache Bäuche und athletische Körper. Die Bilder, die uns täglich auf Social Media, in Werbespots und Magazinen begegnen, haben über Jahrzehnte ein sehr enges Bild von „gesund“ und „schön“ gezeichnet. Doch dieses Bild ist nicht nur unrealistisch – es schließt viele aus.

Ich weiß, wie es sich anfühlt, mit dem eigenen Körper zu hadern. Nach der Geburt meines Sohnes war mein Körper nicht mehr der, der er vor der Schwangerschaft war. Auch wenn ich superstolz darauf war, was mein Körper Unglaubliches geleistet hatte, brauchte eine ganze Weile, um mich mit meinem neuen Ich anzufreunden. Als ich nach langer Zeit zögernd mit dem Gedanken spielte, wieder mit dem Training anuzufangen, hatte ich Angst, mich im Studio fehl am Platz zu fühlen. Ich war nicht mehr „in Form“, zumindest nicht im klassischen Sinne. Aber genau da liegt der Denkfehler: Als wäre Fitness nur etwas für perfekt gestählte Körper.


Wer schön sein will, muss... sich selbst treu bleiben

Genau dieses Ideal ist das Problem. Es lässt keinen Raum für die Vielfalt, die es tatsächlich gibt. Es blendet Körper aus, die nicht der Norm entsprechen und es verschweigt, dass Gesundheit weit mehr ist als ein sichtbares Sixpack.

Ich glaube, es ist Zeit, dass wir uns von dieser Vorstellung verabschieden. Dass wir Fitness neu denken als etwas, das mit Verbundenheit zu tun hat, mit Präsenz und mit der Entscheidung, den eigenen Körper ernst zu nehmen, ihn zu nähren, zu fordern, aber immer auch zu lieben. Und zwar genau in dem Zustand, in dem er sich gerade befindet.

Denn es gibt nicht den einen richtigen Fitnesskörper. Es gibt Körper, die neu anfangen. Körper, die lange pausiert haben. Körper, die Verletzungen tragen oder Narben – sichtbar oder unsichtbar. Körper, die täglich ihr Bestes geben, auch wenn das nicht auf den ersten Blick zu sehen ist. Jeder von ihnen verdient es, gesehen und vor allem akzeptiert zu werden. In jedem Alter, in jeder Lebensphase, mit all der Geschichte, die er mit sich trägt.


Body Positivity beginnt im Kopf

Body Positivity bedeutet nicht, alles an sich toll zu finden. Es bedeutet, aufzuhören, sich ständig zu bekämpfen. Dem eigenen Körper mit Respekt zu begegnen, ihn nicht auf Zahlen, Maße oder gesellschaftliche Erwartungen zu reduzieren.

Bei Just Fit wollen wir diesen Weg mitgehen. Wir wollen zeigen: Fitness ist für alle da. Egal, wie du aussiehst. Egal, wie du dich gerade fühlst. Wir sehen dich. Wir feiern deinen Wiedereinstieg, genauso wie deinen ersten Trainingstag überhaupt. Weil du den Mut hast, anzufangen und dranzubleiben mit dem, was ist.

Und weil es nicht reicht, hier nur schöne Worte zu tippen, habe ich im Rahmen unseres Acceptance August ein paar Selbstakzeptanz-Übungen für dich vorbereitet.


Dankbarkeit für deinen Körper

Schließe kurz die Augen, atme tief ein und richte deine Aufmerksamkeit nach innen.
Dann nenne drei Dinge, für die du deinem Körper heute danken kannst.
Zum Beispiel:

„Danke, Beine, dass ihr mich tragt.“
„Danke, Hände, dass ihr mein Kind gehalten habt.“
„Danke, Herz, dass du schlägst – ohne, dass ich dich daran erinnern muss.“

Mach diese Übung täglich – sie dauert nur 30 Sekunden, aber verändert, wie du dich selbst siehst.

 

Spiegelblick mit Mitgefühl

Statt dich im Spiegel sofort kritisch zu betrachten, nimm dir eine Minute Zeit und schaue dir selbst in die Augen – nicht auf deinen Bauch, nicht auf deine Oberschenkel oder vermeintliche „Problemzonen“ sondern in deine Augen. Sprich dann innerlich (oder leise laut):
„Ich sehe dich. Ich bin für dich da. Du musst heute nichts leisten, um wertvoll zu sein.“
Möglichst täglich wiederholen, besonders an Tagen, an denen du dich innerlich „nicht schön genug“ fühlst.

 

Der Körperbrief

Setz dich einen Moment hin und schreibe deinem Körper einen kurzen Brief wie an einen guten Freund. Zum Beispiel:

„Liebes Herz, danke, dass du für mich schlägst, auch wenn ich dich oft als selbstverständlich nehme. Liebe Haut, auch wenn ich dich manchmal verurteile, ich weiß, du schützt mich. Ich übe, dich mehr zu lieben.“

Die Wirkung entfaltet sich vor allem, wenn du ehrlich bist – auch über deine Zweifel.

 

Check-in statt Check-out

Oft schauen wir bei uns selbst weg, wenn wir uns nicht mögen. Diese Miniübung hilft dir, wieder in Kontakt mit deinem Körper zu kommen ohne zu bewerten:

  • Stelle dich (z. B. nach dem Training oder Duschen) barfuß auf den Boden.
  • Schließe die Augen.
  • Scanne deinen Körper gedanklich von unten nach oben: Füße, Waden, Knie, Bauch, Brust, Schultern, Nacken, Gesicht.
  • Bei jeder Station frage dich: Was brauche ich hier gerade? (z. B. Ruhe, Wärme, Bewegung, Berührung)

Diese Praxis schult deinen inneren Körper-Kompass.

 

Die Umkehr des inneren Kritikers

Wenn du dich beim Denken ertappst: „Meine Oberschenkel sind zu dick“ oder „Ich sehe total untrainiert aus“, dann halte kurz inne.
Stell dir vor, du wärst deine beste Freundin was würdest du ihr sagen? Dann sprich bewusst:
„Ich entscheide mich, heute liebevoll mit mir zu sprechen. Ich darf mich so annehmen, wie ich bin, auch wenn es nicht immer leicht ist.“

Diese Umkehrtechnik stammt ursprünglich aus der kognitiven Verhaltenstherapie – und wirkt.

 

Die tägliche Körper-Wertschätzungs-Frage

Stell dir am Ende des Tages folgende Frage (z. B. beim Zähneputzen oder im Bett):

Was hat mein Körper heute für mich getan, ohne dass ich ihn darum bitten musste?

Vielleicht: dich getragen, Essen verdaut, dich durch einen anstrengenden Tag begleitet.
Durch diese Reflexion verschiebt sich der Fokus von Außenwirkung zu innerem Erleben – ein Schlüssel zur Akzeptanz.

 

Vielleicht ist es kein Zufall, dass du gerade diesen Text liest. Vielleicht hast du schon länger gespürt, dass du wieder etwas für dich tun möchtest, aber nicht wusstest, wie du anfangen sollst. Vielleicht denkst du, du müsstest erst alleine im stillen Kämmerlein etwas verändern, bevor du in einem Gym willkommen bist. Dann lass mich dir eines sagen: Du bist jetzt schon genug.

Bei Just Fit glauben wir an Bewegung, aber auch an Haltung. An Muskeln, aber auch an Menschlichkeit. Wir glauben, dass wahre Stärke mit dem Mut beginnt, sich selbst zu begegnen. Und wir glauben: Schönheit ist, wenn du dich selbst nicht länger verstecken musst.

Willkommen bei Just Fit.

Deine Esther

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