Workout-Tipps
05. Februar 2025

Krank trainieren?!

Es hat mich erwischt – Husten, Schnupfen, das volle Programm. Ich liege flach, schlafe einen Tag durch und hoffe, dass es schnell vorbeigeht. Doch der Alltag wartet nicht: Mein Kind braucht mich, die Arbeit ruft, der Haushalt macht sich nicht von allein. Also reiße ich mich zusammen. Ein bisschen Kranksein hält mich nicht auf.

Und überhaupt: Ich war so gut im Training – das kann ich doch jetzt nicht einfach aufgeben! Also schnappe ich mir meine Sportsachen und stehe bei der nächsten Gelegenheit wieder im Gym. Klar, mein Puls rast schneller als sonst, die Gewichte fühlen sich plötzlich doppelt so schwer an, aber Hauptsache durchgezogen, oder? Zum Abschluss noch eine Runde Sauna – doch statt wohltuender Entspannung fühlt es sich heute eher unangenehm an. Kein Wunder: Ich bin krank und gehöre ins Bett, nicht ins Gym.

Am nächsten Tag dann die Quittung – meine Erkältung ist schlimmer geworden, mein Körper macht dicht, jetzt geht gar nichts mehr. Krank trainieren? Eine der unvernünftigsten Entscheidungen, die ich hätte treffen können. Und genau deshalb solltest du es dir auch zweimal überlegen. Hier sind alle Gründe, warum Sport bei Krankheit keine gute Idee ist.

 

Warum du krank nicht trainieren solltest

Dein Immunsystem braucht alle Ressourcen – und du raubst sie ihm

Wenn du krank bist, kämpft dein Körper bereits gegen Viren oder Bakterien. Das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren, um die Eindringlinge zu bekämpfen – und dafür braucht es jede Menge Energie.

Sport ist jedoch ebenfalls eine Belastung für den Körper: Dein Puls steigt, deine Muskeln müssen mehr arbeiten, dein Kreislauf wird gefordert. Während eines normalen Trainings kann dein Körper das gut abfangen – aber wenn du krank bist, fehlt ihm die nötige Kraft. Das bedeutet: Dein Immunsystem wird geschwächt, die Krankheit dauert länger, und du fühlst dich nach dem Training noch schlechter als vorher.

Du riskierst eine Herzmuskelentzündung – eine lebensgefährliche Erkrankung

Wenn du trotz Infekt trainierst, kann das für dein Herz ernsthafte Folgen haben. Besonders Virusinfektionen greifen oft nicht nur die Atemwege, sondern auch andere Organe an – unter anderem den Herzmuskel.

Das kann zu einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung) führen, einer extrem gefährlichen Erkrankung, die oft lange Zeit unentdeckt bleibt. Wer trotz Infekt Sport macht, setzt sein Herz unter Stress – mit potenziell lebensbedrohlichen Konsequenzen. Symptome wie Herzstolpern, Druckgefühl in der Brust oder extreme Erschöpfung sind erste Warnsignale. Doch das Heimtückische: Viele merken erst zu spät, dass ihr Herz geschädigt wurde. Deshalb gilt: Nie mit einem Infekt trainieren – dein Herz wird es dir danken!

Du steckst andere an – und sorgst für eine Krankheitswelle

Fitnessstudios sind perfekte Brutstätten für Viren. Egal, ob du Geräte nutzt, Hanteln anfasst oder einfach nur atmest – du hinterlässt überall Keime. Selbst wenn du ein Handtuch benutzt oder die Geräte desinfizierst, bleibt das Ansteckungsrisiko hoch.

Besonders im Winter, wenn die Studios voll sind, kann sich eine Krankheit so rasant ausbreiten. Damit schadest du nicht nur dir selbst, sondern auch anderen, die vielleicht gar nicht die Wahl haben, sich krank auszuruhen – sei es, weil sie immungeschwächt sind oder einen Job haben, bei dem sie nicht einfach fehlen können.

Also sei fair: Bleib zu Hause, wenn du krank bist!

Deine Leistung ist ohnehin im Keller – und das Training bringt dir nichts

Mal ehrlich: Wie oft bist du krank ins Training gegangen und hast eine Bestleistung abgeliefert? Wahrscheinlich nie.

Wenn du erkältet bist oder dich angeschlagen fühlst, kann dein Körper gar nicht volle Leistung bringen. Dein Puls geht schneller in die Höhe, deine Muskeln ermüden schneller, deine Koordination ist schlechter. Das bedeutet:
- Du kannst deine Gewichte nicht so bewegen wie sonst.
- Deine Ausdauer ist eingeschränkt.
- Deine Konzentration leidet – was auch das Verletzungsrisiko erhöht.

Das Ergebnis? Statt Fortschritte zu machen, quälst du dich einfach nur durch die Einheit – und riskierst, danach noch kränker zu sein. Es lohnt sich nicht!

Du verschleppst deine Krankheit – und bist am Ende noch länger außer Gefecht

Viele glauben, dass sie sich „durchbeißen“ müssen, damit sie schneller wieder fit sind. Tatsächlich passiert oft das Gegenteil: Durch das Training wird die Krankheit verschleppt und hält viel länger an. Was bedeutet das konkret? Eine leichte Erkältung kann sich zu einer echten Grippe auswachsen. Ein Virusinfekt kann sich auf Bronchien oder Lunge ausweiten – und aus einer Erkältung wird eine Bronchitis oder sogar eine Lungenentzündung. Dein Immunsystem kann so stark geschwächt werden, dass du nach der ersten Krankheit direkt die nächste einfängst.

Unterm Strich bedeutet das: Wer zu früh trainiert, verlängert seine Zwangspause oft um Wochen. Dann lieber ein paar Tage pausieren – und danach mit voller Energie zurückkommen.

Der Mythos „ausschwitzen“ ist Quatsch – und macht alles nur schlimmer

„Ich schwitz das einfach raus.“ – Wie oft hört man diesen Satz? Leider funktioniert das nicht.

Ja, in der Sauna oder beim Sport schwitzt du, aber das hilft nicht gegen eine Erkältung – im Gegenteil. Sport erhöht deine Körpertemperatur und belastet dein Herz-Kreislauf-System zusätzlich. Besonders bei Fieber kann das gefährlich sein.

Auch die Sauna ist keine gute Idee: Sie kann zwar bei einer beginnenden Erkältung helfen, aber sobald du bereits Symptome hast, kann sie deinen Kreislauf überfordern und die Krankheit verschlimmern. Wer mit Infekt in die Sauna geht, riskiert Schwindel, Kreislaufprobleme oder sogar eine Verschlechterung der Erkältung.

Also: Kein „Ausschwitzen“, sondern lieber Tee, Schlaf und Ruhe!

 

Wann darfst du wieder trainieren?

Ein paar einfache Regeln helfen dir, den richtigen Zeitpunkt zu finden:

Leichte Erkältung ohne Fieber? Ein lockerer Spaziergang oder sanftes Yoga sind okay.

Fieber, Gliederschmerzen oder starker Husten? Absolutes Sportverbot!

Faustregel: Mindestens 48 Stunden symptomfrei sein, bevor du ins Training einsteigst.

Und wenn du wieder anfängst, dann bitte mit moderater Intensität – dein Körper braucht Zeit, um sich wieder an Belastung zu gewöhnen.

Ich habe es selbst erlebt: Krank ins Training zu gehen, war einer der größten Fehler, die ich machen konnte. Statt mir etwas Gutes zu tun, habe ich meine Erkältung verschleppt und lag noch länger flach.

Lass es also besser gleich sein: Gönn dir die nötige Pause, damit dein Körper regenerieren kann. Dein Training läuft dir nicht weg – und wenn du gesund bist, kannst du mit voller Power zurückkommen!

 

Bleib gesund und viel Spaß beim Training!

Deine Esther

Du hast Fragen, Kommentare oder Anregungen? Melde dich bei uns unter blog@justfit-clubs.de